Freitag, 26. Juli 2013

"In Berlin gäb's sowas nicht!"

Na ja, wer will schon Berliner Verhältnisse in Heidelberg? Aber wenn Besucher aus der Hauptstadt kommen und sie die Stadt entdecken, gibt es schon so das eine oder andere AHA-Erlebnis. Zum Beispiel die Heidelberger Ampelschaltungen. Jeder hier kennt sie, oft unlogisch, meist nervenaufreibend. Hier Autoschlangen zum Halten verdammt, dort die Grünschaltung für einen Querverkehr, der überhaupt nicht vorhanden ist. Rote statt grüner Welle, origineller Weise manchmal in beiden Fahrtrichtungen, also sowohl für den nach Heidelberg einfahrenden, wie auch den ausfahrenden Verkehr gleichzeitig. Mehrfach haben die Heidelberger Verantwortlichen in den vergangenen Jahren an den Anpelschaltungen herumgebastelt, besser geworden freilich ist kaum eine Kreuzungsregelung. "In Berlin sind die einfach professioneller", erklärt unser ansonsten meist seht positiv gestimmter Besuch aus der Hauptstadt, in Heidelberg dann sichtlich genervt vom hintereinander fünften Stopp an der fünften Ampel bei der Fahrt stadtauswärts über die große Ausfallstraße. In der Bildungsstadt Heidelberg weiß man: "professionell" ist nun wirklich ein Fremdwort, das muss ja nicht jeder verstehen. Wer weiß, wohin die Heidelberger Gemeinderäte ihre nächste Lustreise (sorry: Informationsfahrt) planen. Vielleicht sollten sie einfach 'mal nach Berlin fahren und in der Hauptstadt jemanden fragen, wie man das richtig macht mit Rot, Gelb und Grün. Der Umwelt würde das auf jeden Fall mehr nützen als ein ideologisch rot-gelb-grün-blau-schwarz verursachter Dauerstau, der niemanden vom Autofahren abbringt, aber die Abgasmengen über Heidelberg deutlich erhöht.

Freitag, 9. September 2011

Permanente Plakataustellung in Heidelberg

Im September 2011 wird in Heidelberg eine Ausstellung von Plakaten gezeigt. Künstlersche Plakate. Politische Plakate. Und wer weiß was noch. Ganz logisch, dass diese Ausstellung auch selbst mit Plakaten angekündigt wird, die dann das ohnehin reichlich mt Plakaten geschmückte Heidelberg weiter verunstalten.

Warum entdeckt Heidelberg Marketing nicht diese Chance, Heidelberg als "Stadt der Plakate" berühmt zu machen? Man könnte noch viel mehr auf Plakaten ankündigen: Busfahrpläne, amtliche Bekanntmachungen, Baustellenhinweise und, und, und...

Wie zum Beispiel das DAI, das jetzt neben ihren "normalen" Dutzenden von Ankündigungdplakaten noch zusätzlich eine Plakat-Werbeaktion plant. Super Idee!!!

Endlich hätte die Stadt ein klar wahrnehmbares Gesicht. Herr Staeck fände die Idee sicher auch gut, oder? Allerdings wäre das dann ein Gesicht, in das die weitaus meisten Heidelberger am liebsten reinschlagen würden...

Also leben wir wahrscheinlich weiter mit unseren weit über tausend Plakaten, in der Stadt verteilt und täglich erneuert von gleich zwei Firmen, die damit ihr Geld verdienen und ganz tolle Arbeitsplätze schaffen.

Mittwoch, 17. August 2011

Plakate überfluten die Stadt - Endlich Schluss damit!

783 Plakate allein an einem einzigen innerstädtischen Platz. Toll! Heidelberg ist wieder einmal Spitze! Das gibt es so in keiner anderen Stadt Deutschlands!

Der Bismarckplatz ist zugepflastert mit Plakaten, oft zwei und dreimal die gleichen nebeneinander, an jeder Straßenlaterne, an jedem Baum und an jedem Mülleimer stehen anarchistisch zusammengezimmerte Ständer und werben - vor allem für rein kommerzielle Veranstaltungen wie "Ü30-Partys", "Weinwochen" oder andere Gastronomie-Events. Kleine Aufkleber belegen, dass das Heidelberger Kulturamt (Was haben die mit Weinwochen und "Ü30" zu tun?) die jeweiligen Plakate genehmigt hat.

Allein am Bismarckplatz haben wir am vergangenen Montag 783 Plakate (sic!) gezählt, nur wenige hiervon ohne den Kulturamts-Freibrief. Ein Vielfaches dieser Zahl findet sich an allen anderen, für Touristen interessanten Stellen der Stadt, vor allem in der Altstadt. Da weiß man, was auf den Fotos der Touristen im Bild zu sehen sowie in ihrer Erinnerung verankert sein wird!

"Kulturdenkmal Heidelberg?" Wohl eher "Kultur(amt), denk mal!" Eine Schande für die Stadt, nicht nachvollziehbar für denkende Menschen, und unverständlich, was sich Bürgermeister Würzner, seine Kollegen und die Stadtverwaltung dabei (nicht) denken.

Sommer-Loch-Pisten - Was wird erst im Winter?

Wer in Heidelberg Rad oder Auto fährt, kennt und fürchtet die Schlaglochstrecken überall in der Stadt. Bis zu 15 Zentimeter tief, Schulheft groß und gefährlich für Fahrer und Fahrzeug gleichermaßen. Stürze und Unfälle an Schlaglöchern sind bereits mehrfach registriert worden. Die Aktion der Rhein Neckar Zeitung im vergangenen Winter ("Fotografieren Sie ihre schönsten Schlaglöcher") empfanden viele - zurecht - als schwachsinnig und destruktiv, der Misserfolg gibt den Kritikern recht: Die Schlaglöcher sind selbst jetzt, im Sommer, präsent wie nie zuvor.

Was ist zu tun? Die Stadt gibt ihr Geld offenbar lieber für andere, von der Mehrheit der Bürger überhaupt nicht gewollte Projekte aus. Wie das "Bürgerhaus Neuenheim": ein Millionenprojekt, das außer dem Stadtteilverein niemand will und braucht. Dafür könnte man eine Menge Straßenstücke sanieren, auch und besonders zum Wohle der Radfahrer! Die Verantwortlichen müssten also wachgerüttelt werden.

Eine Bürgerbefragung hierzu ist (derzeit) kaum durchzusetzen. Bei Unfällen und beschädigten Rädern die Stadt verklagen? Kostet viel zeit und wird im Zweifelsfall von den verantwortlichen auch noch als die billigere Variante bewertet. Eine Unterschriften-Aktion? Das erscheint sinnvoll, wenn sich genügend Betroffene und Anwohner mobilisieren lassen.


Es sind also Vorschläge gefragt, gerne auch hier im Forum. Vielleicht hat jemand eine gute Idee für eine Online-Aktion. Eines steht fest: Schäden, die jetzt im Sommer nicht vernünftig behoben werden, zeigen sich im kommenden Winter doppelt und dreifach gravierend. Und dann mit entsprechend höheren Folgekosten!

Montag, 18. Oktober 2010

Neckartunnel gescheitert - Niederlage für OB

Endlich muss nun auch Heidelbergs Oberbürgermeister Würzner eingestehen, dass seine seit zwei Jahren propagierten Wahnwitz-Pläne eines Neckarufertunnels weltfern sind. Woher soll denn das Geld kommen? Noch 2009 erklärte Würzner auf diese Frage - auf der Bühne des von ihm einberufenen Festes am Neckar stehend - "...das Geld können wir im Etat bei anderen Posten einsapren!"
Allein diese Aussage hätte die betroffen dreinschauenden Heidelberger wütend machen müssen. Siehe Stuttgart 21. Aber anscheinend war auch schon damals allen Zuhörern klar, dass dieses Projekt keine Chance hatte. Allein schon, weil es unbezahlbar war, ist, und bleiben wird.
Dass Würzner jetzt den Rückzug antreten muss, ist eine erneute persönliche Niederlage für Ihn. Zu lange hatte er an der Spitze einer immer kleiner werdenden Schar von Traumtänzern im Rat dieses Projekt als Flaggenträger propagiert. Nach der Stadthallenerweiterung nun das zweite Scheitern, auf Kosten der Bürger und Steuerzahler, die hier Mittel in hoher Millionenhöhe vergeudet sehen. Dieses Geld hätten wir in Heidelberg wirklich besser gebrauchen können!
Und dass sich Würzner jetzt wagt, in seinem Propagandablättchen (Miteilungspostille der Stadt, A.d.R.) zu mehr Bürgerbeteiligung aufzurufen, ist purer Hohn. Gerade dieser Mann, der zusammen mit seinem Baubürgermeister Heidelbergs Wähler als quasi als dumm und nicht wahlmündig verhöhnt hatte, weil sie angeblich seine "großen städtebaulichen Visionen" nicht verstanden hätten.
Mal sehen, welches Projekt als nächstes kommt - und scheitert. Vielleicht eine Anhebung der Ticketpreise für die Bergbahn auf 99 Euro, zu diesem Preis aber kombiniert mit einer kostenlosen Fahrt in der neuen Straßenbahnlienie am Neckarufer (am Sankt-Nimmerleins-Tag) sowie einer Besichtigung der Stadtverschandlung auf dem Gelände des ehemaligen Schlosshotels. Wir sind gespannt, auch auf Ihre Kommentare!

Freitag, 19. März 2010

Bürgerbegehren gegen neue Kongresshalle als Zeichen gegen Arroganz der Macht

Die Logik der Heidelberger Bürgermeister ist beachtlich schlicht und erstaunlich verworren. Ein Versuch, die wichtigsten Thesen der "Viererbande" im Rathaus dazustellen:
1. Es kommen immer weniger Übernachtungsgäste in die Stadt, weil wir keine moderne Kongresshalle haben (und nicht etwa, weil die Stadt verlottert, keine innovativen Kulturideen angestoßen werden oder aus Gründen der verfehlten Stadt(bau)politik)
2. Wir bauen eine neue Kongresshalle, damit ist dieses Problem gelöst, aber ein neues entsteht: Zusätzlicher Verkehr in der Altstadt
3. Dieses Problem lösen wir durch den Ufertunnel, damit sperren wir jeden Durchgangs- und Tourismusverkehr aus, und nur noch Anwohner und Lieferanten sowie die vielen Taxis, die die Kongressgäste in die neue Kongresshalle bringen, dürfen dann in der Altstadt fahren.
4. Wenn wir so viele neue Kongressgäste bekommen, brauchen wir neue Hotels, was ja kein Problem ist, da noch einige wenige Grünflächen zugebaut werden können.
5. Das durch alle diese Zubetonierungs-Maßnahmen entstehende neue Stadtbild wird Heidelberg dann so attraktiv erscheinen lassen, dass die heute bestehenden, nicht ausgelasteten Hotels in der Innenstadt auch wieder mehr Gäste haben werden.
6. Für das Ganze haben wir zwar kein Geld, aber gemacht wird's trotzdem!
7. Wenn einer dagegen ist, interessiert uns das nicht: Der hat's wohl einfach nicht verstanden und fängt wieder bei Punkt 1 an zu lesen, so lange, bis er's verstanden hat oder sich nicht mehr wehrt! So Baubürgermeister Bernd Stadel und OB Würzner.

Gegen soviel Machtmissbrauch hilft jetzt das angestebte Bürgerbegehren gegen die neue Kongresshalle. Wer die Logik oben nicht versteht, kann auf den überall in der Stadt ausliegenden Listen (u.a. Bäckereikette Mahlzahn) unterschreiben und die Logik der Viererbande durchbrechen.

Mittwoch, 10. März 2010

Heidelberg-Marketing: Was machen die eigentlich?

Jetzt sind die Besucherzahlen für Heidelberg endlich wieder auf dem Stand von vor 1990! Bravo, das nenne ich gelungenes Marketing! Ich weiß zwar nicht, wieviel Geld die Stadt diesem "Efolgsteam" seit Jahren an Gehältern sowie für ihre Werbemaßnahmen zahlt, aber das nenne ich einen Erfolg: Millionen in die Werbung stecken, und immer weniger Besucher kommen in die Stadt! Wenn das kein Kündigungsgrund für die ganze Mannschaft ist!

Nicht jedoch in unserer Sumpf-Stadt Heidelberg: Da zeigen die Verantwortlichen im Stadtmarketing - wahrscheinlich auf Bitten des OB - als Begründung für den Besucherschwund auf die längst notwendige Stadthallen-Erweiterung für Kongresse hin. Und kein Wort von eventuellen eigenen Versäumnissen.

Ich meine: Außer dem Heidelberger Frühling fällt dem Marketing seit Jahren nichts ein, also auch nichts Neues. Wenn nicht die Uni-Klinik wäre mit ihren vielen ausländischen Gästen, wäre es noch schlimmer.

Ein Grund ist sicher auch die Tatsache, dass kaum ein Gast freiwillig ein zweites Mal nach heidelberg kommen dürfte. Die Hotels haben ein sehr schwaches Preis-Leistungsverhältnis (das weiß man entweder aus eigener Erfahrung, oder man schaut mal in anerkannten Bewertungsportale wie hrs-de und hotel.de), viele Restaurants bieten überteuerte Speisen mit schacher Qualität (Kommentar der Wirte: "...die kommen ja eh nicht wieder"), und Kneipen und Cafes in gutes Lage sind teilweise sehr heruntergekommen (Weinloch, Hörnchen, Max-Bar, "Betreutes Trinken" sic!). Das ist nicht originell oder "Typisch", sondern einfach nur abschreckend.

Alles in allem scheint die Parole zu gelten: Weiter so, Heidelberg, Großinvestitionen werden's schon retten, und wenn nicht, bin ich dann längst nicht mehr OB...!